Katharina Gläsmann ist jetzt Bürgermeisterkandidatin der SPD

Nach dem schon traditionellen Neujahrsfrühstück wählte die Mitgliederversammlung der SPD Erkelenz die 40 jährige Katharina Gläsmann offiziell zur Bürgermeisterkandidatin. Die gelernte Krankenschwester, die seit 9 Jahren in der stationären Altenhilfe arbeitet und 2017 eine Weiterbildung zur leitenden Pflegekraft abgeschlossen hat, hat in ihrer Bewerbungsrede klar und deutlich umrissen, wie für sie der Weg zu einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Erkelenz aussieht. Für diesen Weg will sie sich gemeinsam mit allen SPD-Mitgliedern, vor allem aber mit den designierten Wahlkreiskandidatinnen und -kandidaten, unter dem Motto: WIR BEWEGEN ERKELENZ voll und ganz einsetzen.

Mit Blick auf die gute Haushaltslage hat Katharina Gläsmann dazu ausgeführt:“Erkelenz steht auf soliden finanziellen Füßen. Wir steuern auf einen nachhaltig ausgeglichenen Finanzhaushalt zu. Wir dürfen und können selbst entscheiden, wofür wir unser Geld ausgeben. Und wenn es einer Kommune so geht wie unserer schönen Stadt, dann hat man zwei Möglichkeiten – man kann diesen Zustand zaghaft verwalten oder man kann anfangen, Zukunft zu gestalten und neue Weichen zu stellen, um gemeinsam mit allen Generationen und allen Menschen, die in Erkelenz leben, für ein nachhaltiges und Lebenswertes Umfeld sorgen, für eine lebendige Stadt, in der es sich zu leben lohnt. Wichtig ist das „gemeinsam“ an dieser Stelle. Andere Projekte haben gezeigt, wie fruchtbar eine frühe und konsequente Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger ist. Wir, die SPD Erkelenz, haben im Gegensatz zu manch anderem auch keine Angst vor der Meinung der Bürgerinnen und Bürger und stehen deswegen weiter für eine breite Beteiligung ein.“

Katharina Gläsmann ging danach auf einzelne Schwerpunktthemen ein und hob zuerst hervor, dass Erkelenz mehr ist als“… der Kohlekompromiss oder das Kohleausstiegsgesetz. Erkelenz hat bei Beidem überhaupt keine Rolle gespielt. Weder der Kohlekompromiss noch beim Kohleausstiegsgesetz spielten die Belange der Umsiedlerinnen und Umsiedlern eine Rolle. Im Gegenteil, da wurde der symbolträchtige Rest eines ehemals wirklich großen und ursprünglichen Waldes lebendigen Dörfern vorgezogen. Da wurde Heimatverlust gegen Jobverlust gestellt und gerechnet. Doch die Gleichung geht nicht auf liebe Genossinnen und Genossen. Beides ist nämlich existentiell. Beides zerstört Existenzen. Und wenn man das Gegeneinander stellt und vergleicht, also zwei mögliche Arten des existentiellen Verlustes, dann gibt es am Ende nur Verlierer. Hambi hat nicht gewonnen. Der große Hambacher Wald ist kaum mehr ein Schatten dessen, was er mal war. Die Menschen, die noch umsiedeln müssen, für einen auslaufenden, fossilen Energieträger, haben verloren und die Kumpel, die dennoch ihren Job verlieren, auch, obwohl „unser“ Loch Garzweiler voll ausgekohlt werden soll – in den 2016 definierten Grenzen… Deswegen werden wir mit den anderen Fraktionen gemeinsam ein letztes Mal die energiewirtschaftliche Notwendigkeit vor Gericht prüfen lassen. Deswegen gilt gleichzeitig unsere Energie der lebenswerten Ausgestaltung der neuen Orte und der Dorfinnenentwicklung, und zwar nicht nur der Tagebaurandkommunen, sondern aller Erkelenzer Ortsteile. All unsere Ortschaften müssen Lebenswert bleiben, denn liebenswert sind sie eh. Dazu gehören Nahversorgung mit allem, was man braucht, gute Anbindung an die nächste City…“

Weiter ging es mit der Innenstadt von Erkelenz: „City, hatte ich gesagt – Erkelenz ist auch hier, mehr als Parkplätze. Wir haben das InHK – Erkelenz 2030 – begonnen. Hinter dem Wortungetüm „Integriertes Handlungskonzept“ verbirgt sich das vollständige Überdenken von Wegebeziehungen in der City und die Neugestaltung von Plätzen und Parkanlagen mit dem Ziel, die Innenstadt nachhaltig zu beleben, zu begrünen und die Aufenthaltsqualität für alle Erkelenzerinnen und Erkelenzer zu erhöhen. Und auch im Zuge des InHK gilt: Erkelenz ist mehr, mehr als nur City – denn gerade Wegebeziehungen müssen dann auch weiter und zu Ende gedacht werden – auch da gehören der ÖPNV und der Ausbau des Radwegenetzes, eventuell auch Radschnellwege mit dazu. Denn dann gilt: WIR BEWEGEN ERKELENZ.“

Katharina Gläsmann

Bildung ist für Katharina Gläsmann eines der wichtigsten Themen für die Zukunft: „Auch beim Thema Bildung kann Erkelenz mehr, als den Status quo erhalten. Es ist und bleibt eine unserer Kernforderungen: Bildung muss kostenfrei sein. Von der KiTa bis zum Abschluss der 1. Ausbildung oder des 1. Studiums. Dafür werden wir in Erkelenz weiterkämpfen. Zweimal wurden in dieser Legislatur schon auf unsere Anträge hin die Elternbeiträge angepasst und gesenkt, wurde teilweise Beitragsfreiheit und höhere Beitragsfrei-Grenzen erreicht. Wir bleiben dran. Auch Elternbeteiligung bleibt uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wichtig. Und zwar aktive. Nicht passive mit den Füßen, dadurch dass sie ihre Kinder mühsam zu den Gesamtschulen in Wassenberg und Hückelhoven bringen. Wir setzen uns weiter dafür ein, dass Erkelenz echte Schulentwicklungsplanung betreibt, die Eltern fragt, was gebraucht wird und dann die Schullandschaft entsprechend angepasst wird. Erkelenz braucht eine eigene Gesamtschule. Es kann nicht sein, dass Kinder kreuz und quer durch den Kreis gekarrt werden, um eine passende Schulform zu finden, oder noch schlimmer, dass sie vom Gymnasium durchgereicht werden direkt zur Hauptschule, weil die Realschule sie nicht aufnimmt oder dass sie, mit großem Druck und teurer Nachhilfe, an der für sie falschen Schulform bleiben, weil sie eben nicht durchgereicht werden wollen. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass im Rahmen des Strukturwandels, als Ausgleich für die verlorenen Flächen Fördermittel nach Erkelenz kommen, um Dependancen von Hochschulen hier aufzubauen. Das wäre eine konsequente Weiterentwicklung einer Schulstadt, die MEHR kann.“

Den Finger in Wunde legte Katharina Gläsmann beim Thema „Wohnen“: „Oft habe ich jetzt schon von allen Bürgerinnen und Bürgern gesprochen, gerade ganz intensiv über die Chancen von den Jüngsten. Wenden wir uns jetzt den Mittleren und den Älteren zu. Sie haben was gemeinsam. Sie brauchen Wohnraum. Bezahlbaren Wohnraum. Kleinen, mittleren und großen. Und an einem Punkt, wo die Stadt nichts mehr direkt selbst tut, wollen wir Erkelenz erst recht bewegen und mehr tun. Studien zeigen, dass ganz besonders der kleine bezahlbare Wohnraum fehlt. Und den haben die jungen Menschen und die Alten bitter nötig. Denn die einen haben noch nicht viel und die anderen nicht mehr so viel zur Verfügung. Da sehe ich Kommunen, also auch unsere in der Pflicht, wieder häufiger als Bauherr aufzutreten.“

Mit Blick auf ihren Beruf und die Rahmenbedingungen der Pflege führt Katahrina Gläsmann aus: „Auch brauchen wir mehr Unterstützung und Beratung vor Ort, zum Beispiel eine Pflegeberatungsstelle, gerne auch als Zweigstelle des Kreises, aber eben vor Ort und gut erreichbar.“

Zum Schluss ging es dann um Begegnung und den Klimaschutz: „Auch treten wir weiter ein für ein Bürgerzentrum, einem Ort der Begegnung, einem Haus der Vereine, einem Haus der Generationen ähnlich der Mehrzweckhallen auf den Außenorten für Erkelenz Mitte ein. Denn auch unsere Vereine, Gruppen und Chöre brauchen Platz sich zu treffen und einander zu begegnen. Und last but not least – erinnert Euch liebe Genossinnen und Genossen – unser Klimaschutzbeauftragter war unsere Idee und auch hier kann Erkelenz mehr, denn was ist bitteschön sozial gerechter als nachhaltiger Umgang mit unserer Erde und gemeinsam dafür Sorge zu tragen, dass auch noch unsere Enkel und Enkelinnen einen bewohnbaren Planeten vorfinden. Und das fängt vor der eigenen Haustür an. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass Erkelenz seine Klimaziele verfolgt, dass wir unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger davon überzeugen, dass ein begrünter Vorgarten nicht nur hübscher, sondern tatsächlich auch preiswerter und pflegeleichter als ein Steingarten ist, dass Fair Trade und Einkaufen vor Ort Einzug in die Stadtverwaltung finden, um nur ein paar Schlagworte zu nennen. Denn Klimaschutz funktioniert tatsächlich nur Nase für Nase und nicht, wenn sich die Menschen gegenüberstehen und sich gegenseitig im Sinne „how dare you“ Vorwürfe machen.“

Am Ende resümierte Katharina Gläsmann: „Liebe Genossinnen und Genossen, das war nur ein Erster Ausblick auf das, was Erkelenz alles mehr kann und wohin wir Erkelenz bewegen können. Wir gemeinsam. Mit allen Erkelenzerinnen und Erkelenzern. Umso viel wie möglich davon zu erreichen, möchte ich Eure Bürgermeisterin werden, deswegen bitte ich Euch, macht mich zu Eurer Kandidatin. Und dann lasst uns dann gemeinsam einen Wahlkampf machen, mit dem wir unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern zeigen, dass wir die richtige Wahl sind, wenn Erkelenz sich nachhaltig nach vorne entwickeln soll. Danke, dass ihr mir zugehört habt.“